Bei chronischer Migräne – definiert als mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat, davon mindestens 8 mit Migränecharakter – kann Botulinumtoxin als vorbeugende Therapie eingesetzt werden, um Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren.
Verfahren
Nach dem etablierten PREEMPT-Injektionsschema wird Botulinumtoxin an rund 30–40 festgelegten Punkten in Stirn-, Schläfen-, Nacken- und Schultermuskulatur injiziert. Die Behandlung dauert etwa 15–20 Minuten und wird alle 12 Wochen wiederholt, da die Wirkung meist erst nach zwei bis drei Zyklen voll einsetzt.
Nutzen
- Reduktion der Anzahl monatlicher Migränetage
- Geringere Intensität und Dauer der Attacken
- Verringerter Bedarf an Akutmedikation
- Spürbare Verbesserung der Lebensqualität
Risiken
- Vorübergehende Kopfschmerzen nach der Injektion
- Nacken- oder Muskelschwäche
- Schwellung oder Bluterguss an den Einstichstellen
- Wirkung tritt individuell unterschiedlich stark ein
Da auch bei Bruxismus und der Faltenglättung mit Botulinumtoxin gearbeitet wird, ist bei mehreren gleichzeitigen Indikationen eine ärztliche Abstimmung der Gesamtdosis wichtig.